“If you’re happy in a dream…does that count? The happiness- does it count?”
-Arundhati Roy
[gespräch mit ana an einem sehr nebligen morgen nach der halloween-nacht]
die träume, die du damals hattest, von denen du jetzt nicht mehr sicher bist, ob sie nicht ein ausdruck einer geisteskrankheit waren oder von deiner extremen naivität zu dieser zeit, diese träume, vor denen du flüchtest, als wären sie gefährlich und toxisch und vielleicht sogar tödlich
das waren doch gute träume, oder?
verdammt nun sag endlich was
schweigst schon seit jahren
zockst nur, sammelst dolls (das beste dran, wenn du mich fragst), gehst immer dorthin, wo du sicher bist, dass sie dort nicht sind, die träume und die menschen, die träumen. und ja, es ist ein leben, kann man wirklich so sagen, ohne scheiss, und manchmal trägst du sogar ein lächeln auf deinem gesicht, lachst, viel sogar (wenn m. da ist und ihr zockt und scheisse macht und wie kinder drauf seid) und das würde wohl für ein ganzes leben reichen, stimmt's? absolut. und jeder, der das nicht so sieht, ist wohl undankbar und kann nichts vom guten in seinem leben schätzen. du bist fast glücklich.
fast.
es kommt der zeitpunkt, an dem die träume und somit auch die träumer sich ändern. menschen,die träumen, sinken anscheinend hinab in die tiefste hölle. sie werden versuchen, dich zu verletzen und egal was auch immer du fühlst, sei keiner von ihnen. vertrau ihren worten niemals. sie lullen dich ein, wie sirenen, manche von ihnen wissen nicht einmal, was sie tun oder im begriff sind, zu tun. ich weiss, das wolltest du nicht hören, ana. ich weiss, meine worte werden zu düster, zu traurig und vielleicht fehlt es mir auch an hoffnung im moment. ich weiss nur eins - vertrau ihnen, liebe sie, und du wirst schlimm enden. sie zerfetzen dein herz in stücke. sie wissen nicht, wann es genug ist, sie vermeinen zu spielen. für sie ist alles ein traum, ein spiel. und sie, die spielenden kinder im traum, in der hölle, zerstören ringsum jeden, der es zulässt. verstehst du? das gefährlichste im leben ist der traum. denn was wissen wir schon von ihm? nur dass er uns leiten kann, wie eine muse oder dieser absolut irre stern von bethlehem, in ein land, das wundervoll ist, wo wir aufhören, zu leiden und zu grübeln, wo wir endlich zuhause sind. wo wir echte freunde finden, mit denen wir das ganze leben planen. wo wir lieben und geliebt werden, für immer. wo wir menschen finden, die immer das gute in uns suchen und auch finden, und wir tun es ebenso.
was aber passiert, wenn der traum sich umkehrt und genau das gegenteil davon wird? wer ist dann auf deiner seite, ana? wenn es nicht du selbst bist, ist es niemand. weil du allein bist, grauenhaft allein, wie niemals zuvor in deinem leben. das wäre dann der punkt, an dem man beginnt, zu schweigen, nicht mehr zu träumen, keine gedichte mehr zu schreiben, nicht mehr im mondlicht zu träumen, extremst viel zu arbeiten (am besten den ganzen tag), einzukaufen, einzukaufen einzukaufen
nach dieser langen zeit fällt mir einiges auf, an mir, meinem innenleben. weisst du, was seltsam ist? ein teil unserer persönlichkeit, der seele vielleicht, setzt sich wirklich aus träumen zusammen. man nimmt sich selbst viel weg, wenn man in sicherheit sein will. aber so ist es ja immer. und ich frage mich oft, ob sicherheit alles sein kann oder ob es noch mehr gibt. wir haben es "das wilde land genannt" und immer, immer will ich dorthin aufbrechen. immer. es hat sich gar nichts verändert.
nur tust du es nicht. bzw. du gehst kurz mal weg und kommst gleich danach wieder, bereust es, hältst dich für naiv, es überhaupt zu versuchen.
ich halte mich dann für einen lemming. jemand, der sich von einer klippe schmeisst, weil er hofft, dass da unten etwas ist, wofür es sich lohnen würde
zu sterben?
...
nur eins noch, ana. die vorige nacht war halloween. mh, hab sie wohl verpennt, so geschafft, wie ich jetzt immer bin. aber glaubst du, dass die anderswelt rübergekommen ist zu mir? weil ich ja jetzt solche dinge schreibe. es wirkt so, als wäre ich aufgewacht
ja, im traum.
"marilyn manson alptraum - ich bin die tochter von ihm"
Shall I tell you a story? A new and terrible one? A ghost story? Are you ready? Shall I begin? Once upon a time there were four girls. One was pretty. One was clever. One charming, and one...one was mysterious. But they were all damaged, you see. Something not right about the lot of them. Bad blood. Big dreams. Oh, I left that part out. Sorry, that should have come before. They were all dreamers, these girls. One by one, night after night, the girls came together. And they sinned.
Do you know what that sin was? No one? Pippa? Ann? Their sin was that they believed. Believed they could be different. Special. They believed they could change what they were--damaged, unloved. Cast-off things. They would be alive, adored, needed. Necessary. But it wasn't true. This is a ghost story remember? A tragedy. They were misled. Betrayed by their own stupid hopes. Things couldn't be different for them, because they weren't special after all. So life took them, led them, and they went along, you see?
They faded before their own eyes, till they were nothing more than living ghosts, haunting each other with what could be. With what can't be. There, now. Isn't that the scariest story you've ever heard?
Libba Bray, A Great and Terrible Beauty