Showing posts with label dream. Show all posts
Showing posts with label dream. Show all posts

4.10.22

 

 “If you’re happy in a dream…does that count? The happiness- does it count?”

 

-Arundhati Roy

31.10.21

die spielenden kinder im traum

[gespräch mit ana an einem sehr nebligen morgen nach der halloween-nacht]


die träume, die du damals hattest, von denen du jetzt nicht mehr sicher bist, ob sie nicht ein ausdruck einer geisteskrankheit waren oder von deiner extremen naivität zu dieser zeit, diese träume, vor denen du flüchtest, als wären sie gefährlich und toxisch und vielleicht sogar tödlich

das waren doch gute träume, oder?

verdammt nun sag endlich was

schweigst schon seit jahren

zockst nur, sammelst dolls (das beste dran, wenn du mich fragst), gehst immer dorthin, wo du sicher bist, dass sie dort nicht sind, die träume und die menschen, die träumen. und ja, es ist ein leben, kann man wirklich so sagen, ohne scheiss, und manchmal trägst du sogar ein lächeln auf deinem gesicht, lachst, viel sogar (wenn m. da ist und ihr zockt und scheisse macht und wie kinder drauf seid) und das würde wohl für ein ganzes leben reichen, stimmt's? absolut. und jeder, der das nicht so sieht, ist wohl undankbar und kann nichts vom guten in seinem leben schätzen. du bist fast glücklich.

fast.


es kommt der zeitpunkt, an dem die träume und somit auch die träumer sich  ändern. menschen,die träumen, sinken anscheinend hinab in die tiefste hölle. sie werden versuchen, dich zu verletzen und egal was auch immer du fühlst, sei keiner von ihnen. vertrau ihren worten niemals. sie lullen dich ein, wie sirenen, manche von ihnen wissen nicht einmal, was sie tun oder im begriff sind, zu tun. ich weiss, das wolltest du nicht hören, ana. ich weiss, meine worte werden zu düster, zu traurig und vielleicht fehlt es mir auch an hoffnung im moment. ich weiss nur eins - vertrau ihnen, liebe sie, und du wirst schlimm enden. sie zerfetzen dein herz in stücke. sie wissen nicht, wann es genug ist, sie vermeinen zu spielen. für sie ist alles ein traum, ein spiel. und sie, die spielenden kinder im traum, in der hölle, zerstören ringsum jeden, der es zulässt. verstehst du? das gefährlichste im leben ist der traum. denn was wissen wir schon von ihm? nur dass er uns leiten kann, wie eine muse oder dieser absolut irre stern von bethlehem,  in ein land, das wundervoll ist, wo wir aufhören, zu leiden und zu grübeln, wo wir endlich zuhause sind. wo wir echte freunde finden, mit denen wir das ganze leben planen. wo wir lieben und geliebt werden, für immer. wo wir menschen finden, die immer das gute in uns suchen und auch finden, und wir tun es ebenso. 

was aber passiert, wenn der traum sich umkehrt und genau das gegenteil davon wird? wer ist dann auf deiner seite, ana? wenn es nicht du selbst bist, ist es niemand. weil du allein bist, grauenhaft allein, wie niemals zuvor in deinem leben. das wäre dann der punkt, an dem man beginnt, zu schweigen, nicht mehr zu träumen, keine gedichte mehr zu schreiben, nicht mehr im mondlicht zu träumen, extremst viel zu arbeiten (am besten den ganzen tag), einzukaufen, einzukaufen einzukaufen

nach dieser langen zeit fällt mir einiges auf, an mir, meinem innenleben. weisst du, was seltsam ist? ein teil unserer persönlichkeit, der seele vielleicht, setzt sich wirklich aus träumen zusammen. man nimmt sich selbst viel weg, wenn man in sicherheit sein will. aber so ist es ja immer. und ich frage mich oft, ob sicherheit alles sein kann oder ob es noch mehr gibt. wir haben es "das wilde land genannt" und immer, immer will ich dorthin aufbrechen. immer. es hat sich gar nichts verändert.

nur tust du es nicht. bzw. du gehst kurz mal weg und kommst gleich danach wieder, bereust es, hältst dich für naiv, es überhaupt zu versuchen.

ich halte mich dann für einen lemming. jemand, der sich von einer klippe schmeisst, weil er hofft, dass da unten etwas ist, wofür es sich lohnen würde

zu sterben?


...


nur eins noch, ana. die vorige nacht war halloween. mh, hab sie wohl verpennt, so geschafft, wie ich jetzt immer bin. aber glaubst du, dass die anderswelt rübergekommen ist zu mir? weil ich ja jetzt solche dinge schreibe. es wirkt so, als wäre ich aufgewacht


ja, im traum.

27.2.21

 

 “She lives in a world made entirely of sky.”

Amy Zhang, Falling into Place



22.6.19

das ziemlich tragische kid

 "marilyn manson alptraum - ich bin die tochter von ihm"

eine kleine notiz auf meiner festplatte

ich weiss gottseidank nicht mehr, worum es genau gegangen ist, aber eins weiss ich noch - er hatte ununterbrochen diese neuen freundinnen an seinem arm hängen und ich musste dauernd mit ihnen essen gehen. warum ich dauernd essen gehen musste, weiss ich auch nicht mehr, aber ich glaub, dass weder manson noch seine freundinnen kochen konnten

also … in meinem alptraum war ich ein ziemlich tragisches kid
blargh das war noch ärger als mein rl damals



30.3.18


The Girl dreams she is dangerously ill. Suddenly birds come out of her skin and cover her completely.


Carl Jung, Man and His Symbols



18.3.18

alone in the dark

ein blindes tasten nach irgendetwas, was ich kenne, doch da ist nichts. und es ist beruhigend, nichts zu fühlen, was ich kenne, es ist in höchstem masse beruhigend, mich selbst nicht mehr zu fühlen, mich nirgends festhalten zu können, und nichts, was in meiner welt bedeutung hatte, zu ertasten. es ist beruhigend wie eine decke, die man einem kind in der nacht überstreift, wenn es friert und leise zu weinen beginnt. wenn es aus einem alptraum erwacht, von dem es nur die bruchstücke erahnt, aber einen so bösen nachgeschmack auf seiner seele lasten fühlt, dass es nach seiner mutter ruft, die das zimmer betritt, ohne licht zu machen, um es zu trösten. die dunkelheit liegt wie eine decke auf meiner seele, die hier liegt, wartend, in die dunkelheit blickend, nicht mehr weinend.
hoffend.

lila, archangelbar deep space

13.3.18


und hinter dem requiem?
das pochen einer maschine. endlos.
maschinen träumen anders.
maschinen träumen vom sterben.


11.2.17

sie ist noch durcheinander. der jetlag lässt sie nicht lang schlafen. shine liegt neben ihr und atmet so leise, dass er selbst wie tot wirkt. er sieht wie eine statue aus und sie muss lächeln. dass sie jetzt hier ist, nach der langen reise, fühlt sich richtig an. sie fühlt sich geborgen an diesem ort, neben ihm.
sie klettert über shines leblosen körper hinweg, betrachtet ihn und lauscht noch eine zeitlang seinen atemzügen. dann beginnt sie, wie ein schatten durch das haus zu wandern. wo auch immer sie hingeht, füllen sich räume und gänge mit dem duft von jasmin und etwas undefinierbarem, etwas wie verbranntes licht.

es ist noch tag, aber im haus ist es sehr dunkel.
am ende des gangs steht ein fenster offen. der himmel färbt sich grau, ein gewitter kündigt sich an, die ersten blitze zucken. sie stellt sich ans fenster, hört dem regen zu und fühlt den wind, wie er in ihr haar fährt...als wärs das erste mal.

shine regt sich im schlaf und fliegt im traum über eine riesige nekropole. der himmel ist bleiern grau, sein gefieder schwer vom regen. er lässt sich von den gezeiten des himmels treiben, mit halbgeschlossenen augen, während ana zum himmel sieht, und über ihn zu wachen scheint.
wir sind beide gezeichnet, sagt sie zu shine. uns beide hat der tod gezeichnet. so flieg du nur über den himmel und sei glücklich, und sei es nur im traum. ich rede mit dir, sagt er im traum. und wenn ich aufwache, werde ich mich erinnern?
an das alles, was ich sah? daran, dass ich einmal glücklich war?

sie gibt keine antwort, aber ihre augen färben sich dunkel vor schmerz.
 
 
 
 ana, archangelbar, first night and morning
shine dreams of death and flying
 
 

25.7.16


Shall I tell you a story? A new and terrible one? A ghost story? Are you ready? Shall I begin? Once upon a time there were four girls. One was pretty. One was clever. One charming, and one...one was mysterious. But they were all damaged, you see. Something not right about the lot of them. Bad blood. Big dreams. Oh, I left that part out. Sorry, that should have come before. They were all dreamers, these girls. One by one, night after night, the girls came together. And they sinned.

Do you know what that sin was? No one? Pippa? Ann? Their sin was that they believed. Believed they could be different. Special. They believed they could change what they were--damaged, unloved. Cast-off things. They would be alive, adored, needed. Necessary. But it wasn't true. This is a ghost story remember? A tragedy. They were misled. Betrayed by their own stupid hopes. Things couldn't be different for them, because they weren't special after all. So life took them, led them, and they went along, you see?

They faded before their own eyes, till they were nothing more than living ghosts, haunting each other with what could be. With what can't be. There, now. Isn't that the scariest story you've ever heard?

Libba Bray, A Great and Terrible Beauty    



30.10.15



ich stehe auf einem weiten platz. über mir ist der graue himmel. der platz ist so weit, er geht fast bis zum horizont. und dennoch ist er teil einer gewaltigen nekropole.
er ist das zentrum der nekropole. mein mantel flattert im kalten wind. es ist wohl herbst oder winter. die luft riecht nach schnee und ozon. eine art droge, die direkt in mein gehirn schiesst.
ich konnte es nicht mal euch erzählen, wie es sich anfühlt, ed..kay.. aber es ist gewaltig. du bist erst dann am leben. ich weiss, wie es klingt.
du bist erst dann am leben, wenn du die energie des todes in dich aufnimmst. damit bist du gerade gestorben. im grunde war es das. du gehörst nicht mehr ganz zu den lebenden. aber auch nicht zu den toten.
du bist deine eigene szene, so wie du es ja immer wolltest.



3.10.15




At night, of course, our town
though emptied forever, comes to life.
There, our dreams wander like clouds,
illuminate windows with moonlight.


"To Pripyat” - Lyubov Sirota


27.7.15

 
 



src




2.6.14

warum können wir unsere träume nur mit gift wieder anlocken?
als wären die träume selber gift.

2.9.13

eine nacht wie in einem schwarzweissfilm
hinter den dunklen fenstern
bilden sich schatten und schemen
die sind noch dunkler als die nacht
das sind die träume sagst du
du hältst meine hand
wohin wir gehen ist nebensächlich

ich brauche nicht viel
so wenig brauche ich so wenig
nur eine dieser nächte ab und zu
und ich schwöre dir
ich ertrage mich selbst noch hundert jahre und mehr
nur eine dieser nächte
und deine hand in meiner

2.7.13

friedhofstraum

ich betrachtete gerade photographien von la recoleta, dem gigantischen friedhof in buenos aires
und musste plötzlich an den alptraum denken, den ich vor jahren hatte

ein schneeweisser friedhof, mit strassen zwischen den reihen von gruften. die gruften waren ebenfalls weiss wie schnee und blendeten in der sonne. es war seltsam, an einen friedhof bei sonne zu denken, denn damals war ich nur bei nacht auf den friedhöfen unterwegs.
die gruften waren wunderschön und sahen fremd aus, es war in einer stadt, die weit weg von hier war, oder in einer imaginären stadt, was logisch war, denn ich befand mich ja in einem alptraum

ein summen und surren von insekten weckte meine aufmerksamkeit. ich bewegte mich auf das geräusch zu, und mir fiel auf, dass ich mich nicht normal auf den beinen bewegte, sondern flog
ich schwebte über einer der strassen, die sich kerzengerade zwischen den gruftreihen hindurchzog und folgte dem schwirren und flattern, dem lärm von zahllosen insekten und da sah ich es

die ersten spuren von blut auf dem schneeweissen boden
das blut sah wie ein schrei aus auf dem sauberen weiss
ich flog näher (es tut gut, das zu schreiben - ich flog näher) und folgte den blutspritzern
auf der strasse. zuerst waren es nur blutspritzer und dann begann die blutspur, eine breite schlierige spur, noch nicht getrocketes blut. es war anscheinend ganz frisch, denn bei diesen temperaturen dürfte blut sehr schnell trocknen. ich fühlte keine hitze, obwohl ich mich in der prallen sonne befand und ich hatte den eindruck, als wäre es nicht nur der (alp)traum selbst, der mich vor den grellen strahlen der sonne schützte, sondern auch ein unfassbar kaltes glitzerndes licht, ein gleissen aus blau und silber, wie die wunderbare aura der heiligen madonna, kalt und lieblich und rein

ich sah nach unten
ein bündel lag auf der strasse, von dem eine strasse von insekten wegführte. ameisen, käfer und anderes getier bewegte sich auf dieser strasse, hin zum kadaver, um sich nahrung zu holen.
fliegen schwirrten um den kadaver, fast verrückt vom geruch des blutes und der hitze
und ich wartete und beobachtete
und es gab etwas, das ich niederringen musste,
das monströse in mir
und ich tat es,
so wie ich es immer tue


nachtrag: der friedhof sah ganz genau wie la recoleta aus
ich denke, er war es.

✞

1.7.13

ich vermisse new orleans. das gespensterlicht. jeder riss im asphalt, jede schicht farbe auf den fassaden der häuser, jedes auch noch so winzigkleine fundstück hat für mich schon fast religiöse bedeutung.
ich vermisse die stimme der stadt, eine wichtige stimme auf dieser welt. eine ruhige, tiefe stimme, einschmeichelnd, ein schlaflied für meine seele, ein trost für mich.

und einschlafen möchte ich in den armen dieser stadt, mich zur ruhe betten unter den alten bäumen, zwischen den wurzeln,
die seele tanzend im weichen süssen licht, das wir gespenster so lieben
ich bin müde, du schöne, wunderschöne stadt
ich will schlafen
und träumen
von dir

12.12.11

"Her heart became a bird, trapped inside the glass box of her chest, flapping violently into wall after invisible wall, crumpling into a heap of broken hollow-bones on the transparent floor."


K.I. Hope, Hector

6.10.11

"In a city by the sea which was once called St. Petersburg, then Petrograd, then Leningrad, then, much later, St. Petersburg again, there stood a long, thin house on a long, thin street. By a long, thin window, a child in a pale blue dress and pale green slippers waited for a bird to marry her."
from Deathless, by Catherynne M. Valente


source

27.9.11

so müde