ein set aus einer magischen zeit, so könnte man sagen. damals war polyvore noch jung und keiner war auf irgendeine art und weise verbittert oder zu ehrgeizig, alle waren verspielt und versuchten, dieses neue medium zu erforschen, damit umzugehen. das ist ein set aus dieser guten, magischen zeit. es ist weiss gott nicht perfekt, aber das feeling, das ich habe, ist so gut. das wichtigste.
10.10.20
wonderlost
ein set aus einer magischen zeit, so könnte man sagen. damals war polyvore noch jung und keiner war auf irgendeine art und weise verbittert oder zu ehrgeizig, alle waren verspielt und versuchten, dieses neue medium zu erforschen, damit umzugehen. das ist ein set aus dieser guten, magischen zeit. es ist weiss gott nicht perfekt, aber das feeling, das ich habe, ist so gut. das wichtigste.
7.8.18
lila why??
i think i want to marry someone. perhaps next week. i don't know who it will be. a prince, hopefully. we shall live in his castle by the sea and we shall drink blood from bone white teacups and we'll listen to the rustling wind and the bone clatter from the catacombs....
late night on facebook (of all things...), weirding out da ppl
5.11.17
6.5.17
little match girl
gedankensplitter, traumwelten, aufgespiesste schmetterlinge in botanischen schaukästen
puppenaugen, zahnräder, abgerissene arme und beine
spielendes mädchen
zerfetzt alles in stücke
wütendes mädchen
bleckst deine reisszähne und kaust an deinem fleisch
little match girl
zündest dein letztes streichholz an und tanzt über die gräber davon
27.4.17
15.4.17
elfengift
die beleuchtung war in pink gehalten, alles glühte in pink, der stuck auf den wänden, die kandelaber und kristallluster, die efeuranken auf den mauern. auf dem tisch stand eine schale mit vergifteten früchten.
wie leicht sie heutzutage zu durchschauen sind, lachte sie. sie haben wirklich an alles gedacht. das schloss aus giftig rosarotem zuckerguss bestand aus tödlichen fallen. es war für sie ein herrlicher ort. geziert nahm sie einen der vergifteten äpfel aus der schale und schwenkte ihn in richtung der versteckten kamera hinter einem der grossen goldgerahmten spiegel. ein leises raunen war zu hören, als sie einen grossen bissen zu sich nahm, kaute, schluckte. sich theatralisch zu boden fallen liess. das gift war eine weisse glühende woge.
sie stürzte in ein bett aus pinkfarbenen flaumfedern und fühlte ein leises kitzeln an der wange. ein junge streichelte ihre wange mit einer pfauenfeder, die eine funkelnde spur auf ihrer wange hinterliess. er lächelte und kuschelte sich an sie wie ein verspieltes kätzchen. er trug einen ultravioletten trauerflor am ärmel.
nur um dich zu treffen mache ich solche dinge, lachte sie. nur um dich zu treffen, stell dir vor.
sein gesicht verschwamm. sie steckte sich den finger in den rachen und kotzte undamenhaft in ein gläsernes becken, das neben dem bett stand.
als sie wie eine rosa wolke mit gebauschten röcken über das geländer der freitreppe rutschte, konnte sie ihn schreien hören. dann das splitternde geräusch eines spiegels, der zerbrach.
28.4.15
something from alice
rundherum stehen villen. die villen rundherum stehen alle leer.
wir haben schon seit jahren keinen menschen mehr gesehen.
in der nacht klettert sie oft durch ein mäuseloch hinaus auf die loggia, die nach allen seiten offen ist. der wind pfeift herein, die lampe schwankt im luftzug hin und her
manchmal trinkt sie tee mit dem mottenmann, der im schatten sitzt und ihr vom ende der welt erzählt
manchmal balanciert sie auf dem geländer wie ein seiltänzer
oder klettert an der regenrinne hinunter in den garten,
dann schläft sie draussen und wacht unter rosenbüschen auf
manchmal schreibt sie zum spass abschiedsbriefe an imaginäre freunde,
liest sie sich selbst laut vor und amüsiert sich königlich
manchmal spielt sie sterben vor dem spiegel,
theatralisch wie eine diva und verkleidet wie eine prinzessin
während leuchtkäfer sie umschwirren und der mottenmann hinter ihr steht und ihr küsse zuwirft
wir haben schon seit jahren keinen menschen mehr gesehen
und ja, wir amüsieren uns königlich.
7.3.15
ich hab etwas gefühlt damals auf der loggia. dass du nicht wirklich da warst. dass ich in diesem strahl aus mondlicht stehe und dass du diese tote puppe analeise in den armen hältst und in gedanken weit weg warst.
du schreist wie ein wildes tier und doch bist du so still
du machst mir angst, wenn du nicht redest, nicht schreist
trinken wir noch einen schluck champagner und kotzen wir auf die strasse
- so lange her. aber ich weiss es noch.
auch das mit dem champagner -
27.7.10
die seltsame welt der spiegel
ich lernte sie zu lieben und somit auch mich
in jedem spiegel sah ich einen durchgang in eine andere welt
und es gab nicht einen spiegel, der blind war oder geschwärzt
manchmal öffnete sich ein durchgang zu einer lichten welt voller fröhlichkeit
du tanzt über frühlingswiesen mit einem unbeschwerten herz
manchmal war hinter dem spiegel ein abendrot, wie ein sonnenuntergang, in den du trittst
der dich erfüllt bis deine augen übergehen und du weinst
nicht ein spiegel, der blind war oder geschwärzt
der durchgang durch spiegel ist leicht zu erklären
sind die spiegel klar und durchlässig, bist es auch du
triffst du auf blinde spiegel, bist du in grosser gefahr
du bist im begriff, das sehen zu verlernen
triffst du nun auf geschwärzte spiegel, ist die gefahr am grössten
du musst aufpassen, es stirbt gerade dein herz
spiegel sind magisch und magie ist gefährlich
für diejenigen, die nicht reinen herzens sind
manchmal sitze ich in einem kreis von geschwärzten spiegeln
taste mich mit halbblinden augen vorwärts
auf die spiegel zu
in denen ich nichts anderes erkennen kann
ausser mir selbst
3.4.10
farbenspiel
der seele anlastete wie ein schweres gewicht
ein hässliches modernes bauwerk hier
ein abgestorbener baum dort
es lässt menschen wie geister durch die strassen huschen
die hauseingänge gähnen, ein kühler hauch weht von den kellern herauf
nur in einem kellerabteil brennt noch licht
ein armer student, der über seinen büchern sitzt
der aufschaut, wenn ich vorbeigehe und von mir nur die beine sieht
und den unteren teil meines roten zwergencapes
dessen rot sich langsam mit grau vermischt
auf der wassergrauen leinwand zerfliessen die farben
sie kehren in den malkasten zurück
damit jemand mit ihnen spielen kann
auf der strasse schillert öl in einer wasserlache
in allen farben des regenbogens
die farben sind schockierend bunt
in weiter ferne blinkt ein wald von neonschildern
ein wilder dschungel aus farben und licht
bunter sprühregen glitzert kurz wie giftiger nebel über den dächern
ich streife zartvioletten raureif von meinem grauen cape
und werfe einen brief an einen freund in den postkasten
er wird sich wundern, mein freund
denn über den umschlag ziehen sich filigrane muster
wie das blattwerk eines farnes
und anstatt einer marke glänzt ein silberner stern
13.1.10
shutter
sie rinnen plötzlich in schmalen bächen herunter. wie eine sehr schnelle bewegung, als würde derjenige mit der kamera laufen.
4.10.09
red umbrella
alice mit dem roten schirm im schneegestöber
sie sagt sie wäre zuhause in diesem augenblick
unbeschwert traurig sein dürfen
und nicht mal den grund dafür zu kennen
stundenlang durch den schnee laufen
ohne ein ziel zu wissen
vielleicht gibt es kein ziel
alice schreit manchmal ohne grund die wände an
schlägt mit den fäusten in den spiegel, bis sie bluten
im nächsten moment lacht sie wieder
und sagt nichts wäre so schlimm
sondern noch viel schlimmer
doch sie sagt es so, als wäre es ein witz
über den nur insider lachen können
vögel, die landen, hören auf vom himmel zu träumen
und singen nicht mehr im schlaf
sie ist sich sicher, sie wird niemals landen
alles was sie macht, ist wie ein spiel
sonst wäre es nicht mehr zu ertragen
sie spielt sich selbst und sieht sich belustigt zu
alice wandert ziellos durch die strassen
während links und rechts die kartenhäuser zusammenbrechen