6.12.12

What am I doing here in this endless winter?

- Franz Kafka, The Metamorphosis            

26.11.12

zu den versunkenen lichtern tauchen


der ort, den er auf der strassenkarte mit einem dicken schwarzen herz umrandet hatte
wie oft er im traum dort spazierengegangen war, wusste er nicht
doch eigentlich war er nie fortgewesen



23.10.12

just dark...nothing

irgendwo raschelt einwickelpapier
irgendwo blinkt ein augenpaar
ein aufziehbares spielzeug fährt immer im kreis
irgendwo im hintergrund klackert es und bunte kaugummis rollen über den boden
kannst du kaugummiblasen machen?
ich meine die echt grossen
dann könntest du's hier weit bringen

eine hand mit orangen nägeln greift nach der tür

somewhere in the dark....nothing



eine pinkfarbene kaugummiblase zerplatzt.

18.10.12

schräg hinter meinem bett

kleine, aber wichtige ecke meines zimmers. schräg hinter meinem bett. die bilderwand mit erinnerungen von damals. goth zeit. einladungen zu den parties im ballroom. und ein paar nette photos von vampiren und meinen freunden :)

bettzeug vom ikea, grablaterne vom flohmarkt, zwei meiner living dead kiddies und das angel heart poster, das ich seit ewigen zeiten hab. angel heart. new orleans.. wer mich kennt, weiss warum ich den film so mag. wer mich nicht kennt, dem ist das alles scheissegal und das ist gut so.

neben meinem bett: das rabenwesen, das nicht fliegen kann und margret, die spindeldürre goth frau, die anika gemalt hat. beide bewachen meinen schlaf und kommen in meinen träumen vor. beide liebe ich sehr.





17.10.12

“I’m here. I love you. I don’t care if you need to stay up crying all night long, I will stay with you. There’s nothing you can ever do to lose my love. I will protect you until you die, and after your death I will still protect you. I am stronger than Depression and I am braver than Loneliness and nothing will ever exhaust me.”
Elizabeth Gilbert, Eat, Pray, Love

16.7.12

1.5.12

one suicide victim who committed suicide by jumping from the golden gate bridge left behind a note saying:
"i'm going to walk to the bridge. if one person smiles at me on the way, i will not jump."

26.4.12

sieh es endlich ein...

es ist debil, wenn du denkst, du hättest es endlich geschafft. du könntest nun ein normales leben führen. ohne abhängigkeiten, ohne deine alten spleens und ohne den kleinen wahnsinn, den du so oft drauf hast. der dich sonderbar erscheinen lässt. anstrengend für einige. völlig unakzeptabel für andere. ok, du rauchst nun nicht mehr. bis auf ein paar winzige ausreisser. kleine ausreisser in deine alte raucherwelt. aber sonst bist du fast clean. du hast sogar abgenommen, damit du wenigstens in neue  klamotten reinpasst, wenn dein altes leben schon nicht mehr zu dir passt.

aber warum heulst du im schlaf? warum bist du gottverdammt nie glücklich? du hast es doch geschafft, oder? du hast dich endlich weg gemacht, dein altes anstrengendes ich. warum kannst du nie zufrieden sein? warum kannst du es nie schaffen, endlich ein normales leben zu führen? weil du nicht normal bist, mein schatz. und für's normal sein ist es jetzt wirklich zu spät. gewöhn dich dran.

18.2.12

zero

irgendein kind
läuft durch glatte strassen
vorbei an stahlbeton und glas
ignoriert euer starren, eure gesichter fliegen vorbei
liest strassennamen nicht mehr
liest eure gesichter nicht mehr
es verlässt eure stadt
und erwähnt sie nicht mehr

11.2.12

"What if, on a crowded street, you look up and see something appear that should not, given what we know, be there. You either shake your head and dismiss it, or you accept that there is much more to the world than we think. Perhaps it really is a doorway to another place. If you choose to go inside you may find many unexpected things."

-Shigeru Miyamoto

29.1.12

Which Historical Lunatic Are You?

I'm Charles the Mad. Sclooop.
Which Historical Lunatic Are You?
From the fecund loins of Rum and Monkey.

Which Historical Lunatic Are You?

You are Charles VI of France, also known as Charles the Mad or Charles the Well-Beloved!

A fine, amiable and dreamy young man, skilled in horsemanship and archery, you were also from a long line of dribbling madmen. King at 12 and quickly married to your sweetheart, Bavarian Princess Isabeau, you enjoyed many happy months together before either of you could speak anything of the other's language. However, after illness you became a tad unstable. When a raving lunatic ran up to your entourage spouting an incoherent prophecy of doom, you were unsettled enough to slaughter four of your best men when a page dropped a lance. Your hair and nails fell out. At a royal masquerade, you and your courtiers dressed as wild men, ending in tragedy when four of them accidentally caught fire and burned to death. You were saved by the timely intervention of the Duchess of Berry's underskirts.

This brought on another bout of sickness, which surgeons countered by drilling holes in your skull. The following months saw you suffer an exorcism, beg your friends to kill you, go into hyperactive fits of gaiety, run through your rooms to the point of exhaustion, hide from imaginary assassins, claim your name was Georges, deny that you were King and fail to recognise your family. You smashed furniture and wet yourself at regular intervals. Passing briefly into erratic genius, you believed yourself to be made of glass and demanded iron rods in your attire to prevent you breaking.

In 1405 you stopped bathing, shaving or changing your clothes. This went on until several men were hired to blacken their faces, hide, jump out and shout "boo!", upon which you resumed basic hygiene. Despite this, your wife continued sleeping with you until 1407, when she hired a young beauty, Odette de Champdivers, to take her place. Isabeau then consoled herself, as it were, with your brother. Her lovers followed thick and fast while you became a pawn of your court, until you had her latest beau strangled and drowned.
A severe fever was fended off with oranges and pomegranates in vast quantities, but you succumbed again in 1422 and died. Your disease was most likely hereditary. Unfortunately, you had anywhere up to eleven children, who variously went on to develop capriciousness, great cruelty, insecurity, paranoia, revulsion towards food and, in one case, a phobia of bridges.

16.1.12

der erste kuss und fast schon the kiss of death
sie lächelt schräg und pustet zigarettenrauch aus dem mundwinkel, erinnert sich
erinnerung ist wie der geruch von holz, manchmal werden auch särge aus holz gemacht, aber immer ist es der geruch von holz
und wenn du überlebst...
rennen, du musst rennen
wenn du überlebst
bist du 100 jahre alt und älter
schon als kind

ästhetik, trotz allem. ungeheure ästhetik.
überleben ist ästhetisch.
ich möcht mit niemandem tauschen.

11.1.12

der tag der toten puppen, eine realsatire

im bus heute. ganz vorne gesessen was nicht gerade meiner art entspricht. es sei denn, ganz hinten sitzen schon welche. korrekt geraten: schulanfang. früher hatte ich den bus eigentlich für mich allein, d.h. im sommer, als alle
weit weit weg waren und ihre krassen körper in irgendeiner verdammten italienischen versifften strandbumse soll heissen strand bräunen liessen und von sich dachten, es würde sie noch schöner und begehrenswerter machen.
falsch gedacht, spricht da der goth und lächelt fein.
ich versuchte ein starres lächeln, das von meinem spiegelbild auf der plexiglasscheibe hinter dem fahrer reflektiert wurde und da sah ich erst, dass ich fürwahr entzückend lächeln könnte wenn ich es nur öfter versuchte, aber wahre deine starre miene spricht da der goth in mir denn du solltest wie eine tote puppe sein

die tote puppe übte cooles kaugummikauen im spiegel, was machbar ist, wenn man dabei sein gesicht nicht verzieht. es war sonnig geworden und ich trug die warme flokatijacke die schon für den winter aus dem kasten gekrochen war..
heute morgen war es kühl, meine freunde...
der walkman passt genau in die tasche, was doch ein vorteil ist, so musste ich seine einzelteile nicht schon wieder vom asphalt kratzen wie so viele male zuvor, was am gürtel hängt, kann leicht fallen und es wird fallen, wie ich
in erfahrung bringen durfte, es ist ein gesetz der natur, dass walkmanträger sich heutzutage lächerlich machen und zwar am allerbesten vor einer gruppe jugendlicher, die sonnengebräunt und im t-shirt an der bushaltestelle lauern
ich trug meinen winterpelz und fühlte mich wie eine katze in der mikrowelle, das gefühl ist eigenartig gut.
man ist anders und man zeigt es ihnen ohne mit der wimper zu zucken

ich fuhr dahin mit einer gruppe jugendlicher im rücken, die mich anscheinend nicht besonders wahrnahmen, was mich immer wieder schockiert bis anekelt, denn gothic ist ugly, meine lieben unerleuchteten sonnengefickten freunde - hate me but don't ignore me
gothic ist grausig und ekelt an, denn gothics sind, wie wir alle wissen, des teufels und noch schlimmer
eine kleine gruppe schwarzer wartete an einer haltestelle, mit bedauern wandte ich ihnen den rücken, ich war heute der coolste von allen im bus und wollte nicht aus der rolle fallen, ich war es mir selbst schuldig nach all diesen stunden im büro, doch die ausrufe der kids hätte selbst ein tauber vernehmen können.. es waren ausrufe des grauens und der verachtung, ja, des ekels, als sie einstiegen. selbst der feine wave in meinem walkman, der inzwischen auf höchstem lautstärkelevel lief, liess die hinterhältige soundkulisse durch und ich dachte mein gott, hurra, das könnte mir gelten, doch ich war ja ganz vorne und scherte sie einen dreck - merke vor: ganz vorne sitzen und das treiben der wahnsinnigen hinter dir wird dich locker nichts mehr angehen (was doch einigermassen langweilig ist).

meinen gelben zettel von der post schwenkend stieg ich schliesslich aus, vorne beim fahrer, was einem fauxpas gleichkam, denn vorne steigt man ein nicht aus, doch ich hatte das glück, die freitreppe des busses hinabzugleiten untermalt von wave sowie einem "jaaah"-ausruf eines düsteren jugendlichen hinter mir. dass die flokatijacke immer noch punkte bringt erstaunte mich oder lag es an der art wie ich meinen kaugummi kaute oder etwa daran dass ich endlich ausstieg? letzteres streichen wir, ich war heute schön und nobel, diesen eindruck zerstörte ich vehement, als ich mit diesem grauenvollen grinsen, dessen ich nicht mehr herrin wurde, die post stürmte und dem herrn am schalter den zettel hinwarf

du sollst deine living dead dolls ehren wie dich selbst. du sollst ihnen einen schrein bauen und ihnen huldigen mit räucherwerk, tänzen und gesängen, denn wenn du verabsäumst, sie zu ehren, werden sie dich nächtens zersägen und deine einzelteile auf alle mülltonnen der stadt verteilen.

es war eine grosse stunde im leben meiner exzellenz, denn ich hatte das unverfrorene vergnügen, ein paket mit unheimlichem inhalt entgegenzunehmen - freudig sprang ich über stock und stein und wusste genau, dass es wieder mal einer dieser tage war, ein tag der freude, für andere ein langweiliger tag wie jeder andere, doch für mich wahrhaft erbaulich.
so viel zu meinem montag, der dank meines andersseins zu einer wirklich unglaublichen erfahrung wurde.
anders sein ist schön.
etwas anderes behaupten nur die, die ebenfalls behaupten, an einem stinknormalen montag könnte nichts aussergewöhnliches passieren.

die dolls haben sich dazu entschlossen, mich zu beobachten. ihre starren kleinen weissen gesichter....man könnte sich geradezu fürchten, wenn man nicht selbst so fürchterlich wäre. doch das ist man ja.

10.09.2007, archangel bar (the living dead doll)

9.1.12

ein brief..

"ich erinnere mich an den sommerregen und das leise grummeln eines herannahenden gewitters, und wie ein windstoss die fenster aufdrückt, die ersten tropfen hereinfallen. man fröstelt, doch es ist wunderschön, nicht wahr? diese tage sind die wertvollsten und auch die seltsamsten. ich habe sie immer mit dir in verbindung gebracht. kein sommerregen ohne einen gedanken an dich. das flüsternde grau, der wolkige himmel, eine kerze flackert neben der tastatur. :-) ich sitze da und schreibe, höre dem regen zu, manche deiner worte nehmen gestalt an in diesen seltsamen tagen, wo der regen stundenlang fällt und blatt um blatt mit worten angefüllt werden, die dann erst einen sinn ergeben, wenn sie dem richtigen menschen erzählt werden. und wieder ist hier ein gefühl, das, wie du sicher noch weißt, nicht erklärbar ist. kein ringen um worte, sondern ein wortloser monolog oder gesang, den kaum einer vernehmen kann, nur diejenigen, die in der stunde des sterbenden lichtes ihre heimat gefunden haben. ist es noch die heimat? Ich weiss mit einem mal, dass es so sein muss. ich möchte dir nicht viel über meine gesundheit schreiben, es langweilt dich und auch mich, aber eins muss ich unbedingt erwähnen: der reissende schmerz der letzten jahre ist verschwunden, als ich von den regentagen erzählte, vom grummelnden gewitter, der flackernden kerze, dem sterbenden licht.

gibt es wesen, die so kompliziert und anders sind als alle anderen, dass man sie mit kaum jemandem vergleichen kann? gibt es wesen, die nur im grauton des zwielichtes lebensfähig sind?"