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29.1.20

silverlight

did you know how long i’ve been making a fool of myself pretending to
be goth, busily climbing over cemetery gates at night and doing
nightly stuff we used to do?
did you know that i’ve been the ultimate stranger among them,
disliked by so many, idolized by a few
i liked my enemies more

did you know that nobody understood anything i have ever told them
there’s a stillness in me and a vast dead field
there’s no living soul only a vast landscape
and the silverlight of the moon
some laughed, some said you are beautiful
fuck them, i couldn’t care less

this night is an ocean and i think i’m drowning
the glittering fabric of my soul
spreads like the wings of a butterfly
the sky is open tonight. it’s mine.

no i’m not goth. i prefer to be called a night creature.
thank you.

19.1.19

must feed my pet spider and then go to bed.

when i’ll wake up tomorrow it will be still dark and this will be eternal. and i’ll move to new orleans which still is beautiful. i’ll find people there who i think i have known for ages, even if we never met. we’ll hide in this city, together with angels and spooky kids.


lila on latenight tumblr

16.6.18

nachtflug


warme frühlingsluft, lachen, ein gläschen wein in nem gastgarten und weiterziehn und keine verdammte ahnung, wo man jetzt ist. in der gegend, wo die vielen friedhöfe sind, gibt’s viele gastgärten und es ist schön, da zu sitzen und die vielen lichter zu sehn, ich und meine verlorenen poeten, die mir erklären, warum sie verloren sind, poeten sowieso, und ich hab immer zugehört und in meinen wein gelächelt und an die friedhöfe gedacht und zum himmel gesehn und wieder an ein verdammtes wunder gewartet und du flüstertest, daß du gern tot wärst und da waren nur der himmel und die laue luft und die vielen friedhöfe rundherum
und ich lächelte in meinen wein und sagte unhörbar, daß ich tot bin, so wirklich, ehrlich tot, denn ich hab den todesengel getroffen als kind und jetzt bin ich tot und es kümmert keinen schwanz und ich hab mir abgewöhnt, über mich zu reden, denn es ist besser, zu schweigen und nur zuzuhören manchmal. so höre ich nun zu und drücke manchmal mitfühlend ihre hand, umarme sie oft und küsse ihre wangen, streichle ihnen übers haar und das ist mehr, als sie erwartet haben
und so wird es wohl ewig weitergehen, in berlin, prag und wien
ich wünsch mir ein wunder für sie, sie hätten es nötig,
nur ein wunder kann hier helfen

und trotzdem liebe ich sie sehr, ich kritzle ihre namen in mein notizbuch und ich werd sie immer wieder treffen und ihnen beim älterwerden zusehen, während ich ein kind bleibe
und ich bin dankbar, daß sie da sind, echte menschen zum angreifen und daß sie mit mir hier ihre zeit verbringen, es wäre leer ohne sie und zu kalt


14.4.18



I like the dark part of the night, after midnight and before four-thirty, when it’s hollow, when ceilings are harder and farther away. Then I can breathe, and can think while others are sleeping, in a way can stop time, can have it so – this has always been my dream – so that while everyone else is frozen, I can work busily about them, doing whatever it is that needs to be done, like the elves who make the shoes while children sleep.

 Dave Eggers, A Heartbreaking Work of Staggering Genius


1.6.17

lila, 4.am, tumblr



tumblr on late night feels strange. but good. it’s like walking along a dark street in an unknown city, there are neonlit bars to the left and right, and some windows are still lit. you look inside and get a glimpse of strangers and perhaps they look outside and see you standing there out on the street or walking by. it’s cooler to be up at night. daylight crushes the rest of the magic we still have.
well ok, must go to bed now, it’s 4 in the morning. tomorrow the sun will be shining. awesome. yeah.


2.9.13

eine nacht wie in einem schwarzweissfilm
hinter den dunklen fenstern
bilden sich schatten und schemen
die sind noch dunkler als die nacht
das sind die träume sagst du
du hältst meine hand
wohin wir gehen ist nebensächlich

ich brauche nicht viel
so wenig brauche ich so wenig
nur eine dieser nächte ab und zu
und ich schwöre dir
ich ertrage mich selbst noch hundert jahre und mehr
nur eine dieser nächte
und deine hand in meiner

7.7.13

spätnachts

es ist so eigenartig, wenn man spätnachts aus dem fenster sieht, weil das geräusch des gartentores in der stille so laut ist und wenn man dann jemanden völlig fremden das haus betreten sieht, jemanden, den man noch nie im leben gesehen hat und der auf irgendeine eigenartige weise abstrakt wirkt. ein fremdkörper, unbekannte materie. es könnte ein fremder stern aus dem all das haus betreten und man würde es akzeptieren. in dieser gigantischen stille könnten entsetzliche dinge passieren.- doch es war nur eine frau, die ich noch nie gesehen hatte, eine neue nachbarin, und ich war müde

26.11.12

zu den versunkenen lichtern tauchen


der ort, den er auf der strassenkarte mit einem dicken schwarzen herz umrandet hatte
wie oft er im traum dort spazierengegangen war, wusste er nicht
doch eigentlich war er nie fortgewesen



19.3.10

nächtliche strassenszene

menschen, die länger als eine stunde vor meinem fenster auf und abgehen, beginnen mich nach einer gewissen zeit zu interessieren. ich hab sie sogar fotografiert, aber ich weiss nicht so recht, ob man schnappschüsse von fremden menschen einfach so ins netz stellen soll. hab da irgendwie ne scheu davor. ich mein, es sind keine lookbook kids, die auf der strasse posen. trotzdem ist es scheisse, denn das eine photo ist extrem seltsam. das ganze verhalten der beiden war seltsam- zuerst war's ja noch ne gruppe, aber zwei typen sind dann mit dem moped weg, und nur noch zwei waren übrig, ein mann und eine frau. die dann mitten auf der strasse eine art theaterspiel aufgeführt haben, von dem ich zwar nix verstanden hab, das mich aber immer mehr interessiert hat. die frau hat sich einmal mitten auf der strasse auf den mittelstreifen gesetzt. ich denke, sie ist auch über die strasse gekrochen. während er hinten im schatten gestanden ist und telefoniert hat. er schien in sein handy zu schreien.
jedenfalls. das photo. da standen sie genau mir gegenüber, sahen in meine richtung, sahen mich aber nicht. denke ich. sie standen ein paar meter voneinander weg und sahen stur geradeaus. so standen sie wie puppen herum. hätte ich in diesem moment zum ersten mal aus dem fenster geguckt, wär ich wahrscheinlich umgekippt. das ganze hätte ne klasse performance sein können. sah irgendwie gut aus, aber auch so abgehoben, dass ich an der realität des ganzen zu zweifeln begann.
irgendwie bin ich verdammt froh, einfach nur diese eindrücke davon mitgekriegt zu haben. ich möcht nicht, dass das irgendwelche öden alltagstypen mit alltagsprobs sind, die sich viell. gestritten haben oder sonst was. ich möchte, dass sie was besonderes sind. menschen mit geheimnissen. ich will nix wissen über sie. nix was sie reduziert, zur stinknormalen, traurigen realität. sie sind vor einiger zeit gegangen. die geisterhafte szene von vorhin wirft ihr echo in meinen geist, der das alles ins netz beamt. so fragil wie ein geisterphoto.

ich werde ihr photo löschen.