5.11.17



“Little Alice fell
d
o
w
n
the hole,
bumped her head
and bruised her soul”


― Lewis Carroll, Alice in Wonderland




29.10.17

diese monster, die bei mondlicht aufblühen


gerade tideland gesehen..bin noch immer völlig daneben. keine ahnung, wie oft ich ihn schon gesehen habe. sehr oft. manchmal beneide ich jeliza rose darum, dass sie sich nicht mehr fürchten muss, etwas zu verlieren. dieses gefühl hatte ich damals, als ich grufti war und keinen kontakt mehr zu meinen eltern hatte, als ich nur in der nacht lebte und nichts hatte. keinen job, keine aussichten auf irgendetwas in der zukunft. es war wahrscheinlich eine art hölle. aber verdammt, ich hab die schönsten bilder gemalt damals. und die schönsten briefe geschrieben. ich hatte meine friedhöfe, die unheimlichen und schönen dinge, die passiert sind und eine handvoll freunde, die mindestens genauso verrückt waren wie ich. irgendwie hätten wir nen erwachsenen gebraucht, der uns hätte sagen müssen, was zur hölle wir denn tun sollen, um einigermassen lebenstauglich zu sein. nur unsere erwachsenen sind uns damals alle abhanden gekommen. in ein bermuda dreieck gestürzt, das eltern von gruftis und wavern und punx verschlingt und ein jahrzehnt später wieder ausspuckt, damit sie die wirklich arge zeit ihres sprösslings nie erleben müssen und nie mitkriegen, wie viel selbstzerstörerisches, poetisches und düsteres potential doch in ihren irgendwann doch bitte wieder normalen kindern steckt. diese monster, die bei mondlicht aufblühen, die mit dem tod am friedhof saufen und sich von totengräbern sonderbare und grauenhafte geschichten erzählen lassen. kinder, die davon träumen, laudanum selbst herzustellen und niemals. nienienie. unter keinen umständen. koste es was es wolle. älter als 25 jahre alt zu werden. und manchmal weiss ich auch wieder, warum. aber ich bin erwachsen. erwachsene leugnen prinzipiell alles. und warum? weil da diese scheiss-angst ist, dass irgendjemand sie auslacht, sollten sie ihre seele einmal wieder nach aussen kehren, so wie sie es damals jeden tag, jede minute, jede sekunde ihres lebens getan haben.


lila, 6.9.2013, tumblr


note: wieder tideland anschauen
eventuell barbieköpfe auf die finger stecken und mit ihnen reden
obwohl einige von ihnen so badass sind, dass man angst vor ihnen kriegt



12.7.17



“Believe it or not, some of us have piercings and tattoos and dye our hair because we think it looks pretty, not for any deep sociological reason. This isn't an act of protest against cultural or social repression. It's not a grand, deliberately defiant gesture against capitalists or feminists or any other social group. It's not even the fashion equivalent to sticking two fingers up at the world. The boring truth of it, Gabriel, is that I don't dress like this to hurt my parents or draw attention to myself or make a statement. I just do it because I think it looks nice. Disappointed?”


Alex Bell


CHROMATICS "SHADOW"







Chromatics Pay Tribute To David Lynch's "Blue Velvet" & The Legendary Julee Cruise
Directed By Rene & Radka
Filmed In Los Angeles February 14 2016


8.7.17

we can still run away



there are rooftops to climb. crypts to hide in. old trees to embrace. we still have the energy to run away. be wild as we used to be. wild things go crazy when they have to live in a cage.
i always used to say that one day i’ll run away.
will i?
WILL I????
my heart is breaking right now



lila on tumblr, late night. sleepless.



7.7.17



You were so near death that ghosts crowded around you, weeping silver tears, waiting for you with such smiles

 Catherynne M. Valente



19.6.17




 
 
 

12.6.17



"I have no brothers now. I have no sisters.
In every nest, winter has played with death.
A late frost has frozen out all the love songs."


 Else Lasker-Schuler, from “Over Glistening Gravel”



1.6.17

lila, 4.am, tumblr



tumblr on late night feels strange. but good. it’s like walking along a dark street in an unknown city, there are neonlit bars to the left and right, and some windows are still lit. you look inside and get a glimpse of strangers and perhaps they look outside and see you standing there out on the street or walking by. it’s cooler to be up at night. daylight crushes the rest of the magic we still have.
well ok, must go to bed now, it’s 4 in the morning. tomorrow the sun will be shining. awesome. yeah.


date outfit ideas



dieses video hat allen leuten tierisch angst eingejagt. es hiess, sie würde gefangen gehalten werden. die hämatome auf ihren armen sehen auch nicht gerade besonders beruhigend aus. man kann jetzt zu den klamotten, die sie vorführt, stehen wie man will, ist ja auch egal. geschmackssache wie alles.

aber das video ist einigermassen creepy. das liegt an ihren augen. sie sieht aus, als hätte sie extreme angst.
später kam eine meldung, dass sie paranoid schizophren ist und dass das halt so ist bei ihr mit der angst. das wäre man gewöhnt bei ihr. sogar die polizei war dort, zur kontrolle. sie hatte in einem video, das in ihrem schlafzimmer aufgenommen wurde, eine knarre an der wand lehnen. interessant, das mädel. auf mich wirkt sie einfach nur, als hätte sie ewig nix gescheites mehr gegessen und würde vor hunger schon derb am rad drehen. aber superarge geschichten ranken sich um sie. und wie die web-leute so sind... je bizarrer, je besser! man kennt das ja von irgendwoher lol

hm. die leute meinten, sie hätte sich in einem schizophrenen anfall selbst verletzt. an der hinterseite der oberarme .. selten, sowas.


[ich hab das video schon urlang nicht mehr gesehen. inzwischen kommt es mir nicht mehr wirklich extrem vor. interessant schon, aber nicht mehr wirklich schlimm. der rest, den ich inzwischen im netz gesehen hab, war viel viel VIEL schlimmer]

15.5.17

verdammt, schon wieder...


nach der arbeit, kurz zur entspannung noch kurz auf google street view unterwegs, bevor ich den compi runterfahre, ich klicke also irgendwo rein (random target, ganz egal wo) und denk mir noch...

..jetzt wirst du sie wieder treffen, ganz sicher, und KRAWUMM

da waren sie







 
 
....schon wieder
 
 
 
google maps ist irgendwie ziemlich gross, so viele karten, so viele wege, und WARUM TREFFE ICH SIE DAUERND?????
 
und warum wusste ich es vorher??
 
 
warum warum warum warum
 
help *sweats nervously*
 
 
 
 
 
 

6.5.17

little match girl


gedankensplitter, traumwelten, aufgespiesste schmetterlinge in botanischen schaukästen
puppenaugen, zahnräder, abgerissene arme und beine
spielendes mädchen
zerfetzt alles in stücke
wütendes mädchen
bleckst deine reisszähne und kaust an deinem fleisch
little match girl
zündest dein letztes streichholz an und tanzt über die gräber davon


27.4.17



"if she fell, if she broke, you’d find a million fragments in the morning. bright crystal and clear wine on the parquet flooring, that’s all you’d see at dawn."

 ray bradbury



15.4.17

elfengift


die beleuchtung war in pink gehalten, alles glühte in pink, der stuck auf den wänden, die kandelaber und kristallluster, die efeuranken auf den mauern. auf dem tisch stand eine schale mit vergifteten früchten.

wie leicht sie heutzutage zu durchschauen sind, lachte sie. sie haben wirklich an alles gedacht. das schloss aus giftig rosarotem zuckerguss bestand aus tödlichen fallen. es war für sie ein herrlicher ort. geziert nahm sie einen der vergifteten äpfel aus der schale und schwenkte ihn in richtung der versteckten kamera hinter einem der grossen goldgerahmten spiegel. ein leises raunen war zu hören, als sie einen grossen bissen zu sich nahm, kaute, schluckte. sich theatralisch zu boden fallen liess. das gift war eine weisse glühende woge.

sie stürzte in ein bett aus pinkfarbenen flaumfedern und fühlte ein leises kitzeln an der wange. ein junge streichelte ihre wange mit einer pfauenfeder, die eine funkelnde spur auf ihrer wange hinterliess. er lächelte und kuschelte sich an sie wie ein verspieltes kätzchen. er trug einen ultravioletten trauerflor am ärmel.

nur um dich zu treffen mache ich solche dinge, lachte sie. nur um dich zu treffen, stell dir vor.
sein gesicht verschwamm. sie steckte sich den finger in den rachen und kotzte undamenhaft in ein gläsernes becken, das neben dem bett stand.


als sie wie eine rosa wolke mit gebauschten röcken über das geländer der freitreppe rutschte, konnte sie ihn schreien hören. dann das splitternde geräusch eines spiegels, der zerbrach.

17.3.17

ich weiss. es wäre schöner, wenn ich andere dinge posten würde, oder könnte. die parties die wir damals hatten. die meisten von uns waren spooky kids, die typischen aussenseiter, die durch ihren schwarzen humor und ihre party-exzesse am leben blieben, und diese zeiten waren meistens gut und manchmal scheisse, aber auch die tage, die scheisse waren, hab ich irgendwie gern in erinnerung. und ich poste gern bilder von kids, die mich an uns damals erinnern. als wir noch jede nacht unterwegs waren, bei tage schliefen wie vampire, uns sogar für vampire hielten (aber meistens nur für das, was wir halt wirklich waren, kids, die irgendwie aus dem nest gefallen waren und die sich aneinander festhielten, feierten, als gäbe es kein morgen. kids, die den festen wunsch hatten, spätestens mit 25 aus diesem leben abzutreten, denn ab 25, sagten wir immer, da begänne das abgefuckte real life, und das wollten wir uns ersparen. wir schafften es nicht..keiner von uns. wir waren viel zu robust.)
verdammt, je älter man wird, umso mehr drängt sich in dein gehirn. infos, die man wirklich nicht brauchen kann. und die man nie wieder richtig los wird. man müsste von anfang an diesen super-filter ins gehirn einsetzen, der uns dran hindert, mehr in uns aufzunehmen, als wir verkraften können. man verändert sich, doch ein teil bleibt immer gleich. gottseidank, denn sonst wäre es nicht zu ertragen.
ich weiss nur eins im moment: wenn ich alt werde, so richtig alt, dann werd ich wieder das spooky kid von damals sein. mit dem fiesen schwarzen humor und der dämlichen lache. es ist gut, wenn man nicht mit spätestens 25 den löffel abgibt. finde ich manchmal wirklich - und man sieht daran, wie sehr ich mich schon verändert habe. könnte sogar gut sein. manchmal, nicht immer. weiss gott, nicht immer.


lila, archangelbar

9.3.17



"We have calcium in our bones, iron in our veins,
carbon in our souls, and nitrogen in our brains.
93 percent stardust, with souls made of flames,
we are all just stars that have people names."


 Nikita Gill: "93 Percent Stardust"


20.2.17

banshee


banshee, kubanisch pink


schwarze pupillen im seltsamen gegensatz zu ihrer blassen haut und den exotisch bunten haarfarben, in zöpfen oder mit samtbändern hochgebunden, die samtbänder schwarz und breit, eindeutig vom friedhof, die haare orange mit schwarzen strähnen, schwarz mit violett, ein blumenbouquet, exotische orchideen im garten der tränen, die gesichter blass, perlweiss, zum himmel gerichtet, aus dem es schwach regnete, der wind verwehte die regentropfen, die über die windschutzscheibe des autos sprühten


der chevrolet, fünfzigerjahre, kubanisch pink, mit schwarzen flügelpaaren auf den türen, die sitze im leopardendesign, eine verblichene plastikblumenkette hängt über dem fahrersitz, unterm spiegel hängt ein strang bunter rosenkränze,


man hört kassetten, teuer in obskuren onlineshops erstanden und sehr rar, haitianisches, mexikanisches, brasilianisches, bossanova, fado und viel viel mehr,


kassetten mit bunten covern und bunten tönen, auch sehr dunkles zeug, vielleicht das dunkelste zeug das es gibt, totenklagen, trauermärsche, traurig, sehr traurig, mit einem funken hoffnung auf weiterleben, wiedersehen, vielleicht konnte man die wirkliche dunkelheit nur ertragen, wenn man sie mit den bunten farben vermischte


farben fliessen ins schwarz wie tinte die sich zu seltsamen mustern vermischt
wenn die schwermut sich mit leichtigkeit vermischt
und leicht war alles, was sie taten in diesen tagen
um zu überleben

leicht wie federn, bunt, doch an den rändern grau
nur, um zu überleben, die nächsten 5 minuten

wenn die trauer kommt



13.2.17



Again and again, however we know the landscape of love
and the little churchyard there, with its sorrowing names,
and the frighteningly silent abyss into which the others
fall: again and again the two of us walk out together
under the ancient trees, lie down again and again
among the flowers, face to face with the sky.


 Rainer Maria Rilke, Selected Poems

11.2.17

tour of holy cross cemetery colma, ca listening to buckethead - colma






tour of holy cross cemetery on 7/21/2013 in colma, ca while
listening to machete - whitewash - ghost from bucketheads colma cd


colma, california



sie ist noch durcheinander. der jetlag lässt sie nicht lang schlafen. shine liegt neben ihr und atmet so leise, dass er selbst wie tot wirkt. er sieht wie eine statue aus und sie muss lächeln. dass sie jetzt hier ist, nach der langen reise, fühlt sich richtig an. sie fühlt sich geborgen an diesem ort, neben ihm.
sie klettert über shines leblosen körper hinweg, betrachtet ihn und lauscht noch eine zeitlang seinen atemzügen. dann beginnt sie, wie ein schatten durch das haus zu wandern. wo auch immer sie hingeht, füllen sich räume und gänge mit dem duft von jasmin und etwas undefinierbarem, etwas wie verbranntes licht.

es ist noch tag, aber im haus ist es sehr dunkel.
am ende des gangs steht ein fenster offen. der himmel färbt sich grau, ein gewitter kündigt sich an, die ersten blitze zucken. sie stellt sich ans fenster, hört dem regen zu und fühlt den wind, wie er in ihr haar fährt...als wärs das erste mal.

shine regt sich im schlaf und fliegt im traum über eine riesige nekropole. der himmel ist bleiern grau, sein gefieder schwer vom regen. er lässt sich von den gezeiten des himmels treiben, mit halbgeschlossenen augen, während ana zum himmel sieht, und über ihn zu wachen scheint.
wir sind beide gezeichnet, sagt sie zu shine. uns beide hat der tod gezeichnet. so flieg du nur über den himmel und sei glücklich, und sei es nur im traum. ich rede mit dir, sagt er im traum. und wenn ich aufwache, werde ich mich erinnern?
an das alles, was ich sah? daran, dass ich einmal glücklich war?

sie gibt keine antwort, aber ihre augen färben sich dunkel vor schmerz.
 
 
 
 ana, archangelbar, first night and morning
shine dreams of death and flying
 
 

...mit einem kleid wie der sternenhimmel

 



ich bringe heute abend einen neuen gast mit. sie ist heute erst angekommen und wird wahrscheinlich noch unter jetlag leiden. es wird am besten sein, wenn sie sich in eine fensternische setzt, mitten ins mondlicht, und sich erstmal akklimatisiert. oder wir machen ihr ein bett und sie schläft erstmal lange. willkommen in archangel, ana.



anas ankunft und willkommensparty in der archangelbar
never 2b forgotten (i promise)

31.1.17



Frozen by the deathly cold emanating from the ice, dazzled by the blaze of crystalline ice-light, she felt herself becoming part of the polar vision, her structure becoming one with the structure of ice and snow. As her fate, she accepted the world of ice, shining, shimmering, dead; she resigned herself to the triumph of glaciers and the death of her world.

 Anna Kavan, Ice